Hochaltar und rückwärtiger Aufbau für den Schrein
Der Hochaltar stammt vielleicht noch aus dem Langchor des 11. Jahrhunderts und wurde in die neuerrichtete, 1237 geweihte staufische Apsis versetzt. Jedenfalls haben die Mensa und der Aufbau für den Schrein trotz der späteren Veränderungen, vor allem des großen barocken Retabels (1717/23), überdauert.
Hinter dem Altartisch stehen vier Säulen im Viereck, die diesen überragen und eine Platte sowie einen vergitterten Kasten tragen. Darin stand (mit der Schmalseite nach vorn) der von Erzbischof Herimann III. gestiftete Schrein mit den Gebeinen des hl. Severin. Zwei weitere Säulen an den hinteren Kanten des Altars waren vielleicht für Kerzen bestimmt.
Diese erhöhte Aufstellung ließ den Schrein auch vom Kirchenschiff aus sehen. Vor allem aber wurde die Wirkung der 'zur Ehre der Altäre' erhobenen Heiligenreliquien besonders anschaulich: Die heilsvermittelnde Kraft des Heiligen teilte sich dem Gläubigen mit, wenn er unter dem Schrein hindurchging und ihn berührte. Die selten erhaltene Anordnung ist in Köln auch in St. Ursula bewahrt geblieben.
Die verschiedenen Umkleidungen hatten auf den alten Altar und den rückwärtigen Aufbau Rücksicht genommen, der Schrein war im großen barocken Hochaltar zu seiner Präsentation nach vorne zu schieben. 1798 wurde der Schrein zerstört, im späteren 19. Jahrhundert der Altaraufbau beseitigt (die letzten Reste 1892); die Mensa erhielt bei der historistischen Neuausstattung der Kirche 1892 eine Mosaikverkleidung und ein neues Bildretabel.