St. Maria Lyskirchen

St. Maria Lyskirchen  -  Gewölbemalereien

links: Verheißung Isaaks

Spruchband: HABEBIT SARA FILIUM (Sara wird einen Sohn haben)

rechts: Verkündigung an Maria

 

Die Folge der Bildpaare setzt ein mit der Verkündigung an Maria und der ihr parallelisierten Verheißung Isaaks.

Der Engel verkündet Maria, daß sie, obgleich Jungfrau, den Gottessohn gebären werde.

Zugeordnet ist der Besuch der drei Männer bei Abraham im Hain von Mamre. Das Bild zeigt die Szene der Bewirtung und Verheißung: Sara werde trotz ihres hohen Alters einen Sohn empfangen. Die Männer sind als gleichgestellte Wesenheiten in Gestalt von Engeln dargestellt. Diese trinitarische Deutung der Erscheinung macht der ovale, den drei Gestalten gemeinsame Nimbus sinnfällig. Der mittlere Mann ist durch den auf ihn gerichteten Blick der anderen ausgezeichnet; er spricht (durch das Schriftband) die Verheißung aus, Abrahams Frau Sara werde einen Sohn zur Welt bringen.

Der Bezug zwischen beiden Szenen hat seinen äußeren Ansatzpunkt in der gleichen Verheißung einer nach gewöhnlichen Maßstäben nicht zu erwartenden Geburt. Das Moment der typologischen Überbietung liegt zum einen in der Gegenüberstellung der Geburt aus einer Unfruchtbaren und der Jungfrauengeburt, zum anderen in der heilsgeschichtlich bedeutsameren Stellung Christi im Vergleich zu der ebenfalls herausragenden Gestalt des Isaak, welcher der Garant eines Volkes und der (im Glauben) nachfolgenden Völker der Erde sei.

Auf die Jungfräulichkeit verweist im Verkündigungsbild der Brunnen mit Lilien zwischen Maria und dem Erzengel.

Verheißung Isaaks - Bibeltext

Genesis 18,1-18

Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.

Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder

und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei!

Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen.

Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.

Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an, und backe Brotfladen!

Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete.

Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.

Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er.

Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter seinem Rücken zu.

Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt.

Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe erfahren? Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann!

Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und sagt: Soll ich wirklich noch Kinder bekommen, obwohl ich so alt bin?

Ist beim Herrn etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara einen Sohn haben.

Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst. Er aber sagte: Doch, du hast gelacht.

Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom. Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden.

Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich vorhabe?

Abraham soll doch zu einem großen, mächtigen Volk werden, durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen erlangen.

Verkündigung an Maria - Bibeltext

Lukas-Evangelium 1,26-38

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Zwickel des ersten Bildpaares

Malerei im östlichen Gewölbe des Mittelschiffs

links: Bileam

rechts: Die Königin von Saba

Als Vertreter der Wortprophetie ist dem ersten Bildpaar im Gewölbezwickel auf der alttestamentlichen Seite Bileam beigegeben, der auf der Eselin reitet (Numeri 22,21-35) und ein Spruchband mit der Voraussage hält: ORIETUR STELLA EX IACOB (Ein Stern geht auf aus Jakob). Die Auslegung dieses Segensspruchs auf Christus als Messias gehört zu den gängigsten heilsgeschichtlichen Interpretationen und wurde in typologischen Zusammenhängen häufig als Prophetie zitiert.

Die als Pendant wiedergegebene weibliche, ebenfalls reitende Gestalt ist wohl als die Königin von Saba zu deuten. Sie begegnet in der bildenden Kunst des öfteren neben Bileam. In Typologien ist ihre Huldigung vor König Salomon Typus der Anbetung durch die Drei Könige.

Bibeltext

Numeri 22,21-35

Am Morgen stand Bileam auf, sattelte seinen Esel und ging mit den Hofleuten aus Moab.

Aber Gott wurde zornig, weil Bileam mitging, und der Engel des Herrn trat Bileam in feindlicher Absicht in den Weg, als Bileam, begleitet von zwei jungen Männern, auf seinem Esel dahinritt.

Der Esel sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand, und er verließ den Weg und wich ins Feld aus. Da schlug ihn Bileam, um ihn auf den Weg zurückzubringen.

Darauf stellte sich der Engel des Herrn auf den engen Weg zwischen den Weinbergen, der zu beiden Seiten Mauern hatte.

Als der Esel den Engel des Herrn sah, drückte er sich an der Mauer entlang und drückte dabei das Bein Bileams gegen die Mauer. Da schlug ihn Bileam wieder.

Der Engel des Herrn ging weiter und stellte sich an eine besonders enge Stelle, wo es weder rechts noch links eine Möglichkeit gab auszuweichen.

Als der Esel den Engel des Herrn sah, ging er unter Bileam in die Knie. Bileam aber wurde wütend und schlug den Esel mit dem Stock.

Da öffnete der Herr dem Esel den Mund, und der Esel sagte zu Bileam: Was habe ich dir getan, daß du mich jetzt schon zum drittenmal schlägst?

Bileam erwiderte dem Esel: Weil du mich zum Narren hältst. Hätte ich ein Schwert dabei, dann hätte ich dich schon umgebracht.

Der Esel antwortete Bileam: Bin ich nicht dein Esel, auf dem du seit eh und je bis heute geritten bist? War es etwa je meine Gewohnheit, mich so gegen dich zu benehmen? Da mußte Bileam zugeben: Nein.

Nun öffnete der Herr dem Bileam die Augen, und er sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand. Da verneigte sich Bileam und warf sich auf sein Gesicht nieder.

Der Engel des Herrn sagte zu ihm: Warum hast du deinen Esel dreimal geschlagen? Ich bin dir feindlich in den Weg getreten, weil mir der Weg, den du gehst, zu abschüssig ist.

Der Esel hat mich gesehen und ist mir schon dreimal ausgewichen. Wäre er mir nicht ausgewichen, dann hätte ich dich vielleicht jetzt schon umgebracht, ihn aber am Leben gelassen.

Bileam antwortete dem Engel des Herrn: Ich habe gesündigt, aber nur, weil ich nicht wußte, daß du mir im Weg standest. Jetzt aber will ich umkehren, wenn dir mein Vorhaben nicht recht ist.

Der Engel des Herrn antwortete Bileam: Geh mit den Männern, aber rede nichts, außer was ich dir sage. Da ging Bileam mit den Hofleuten Balaks.

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