St. Maria Lyskirchen

St. Maria Lyskirchen  -  Gewölbemalereien

links: Darbringung Samuels

rechts: Darstellung Christi im Tempel

 

Im dritten Bildpaar sind die Darstellung Christi im Tempel und - als vergleichbare Szene aus der Zeit des Gesetzes - die Darbringung des Samuel durch seine Mutter Hanna parallelisiert.

Christus wurde, wie jeder männliche Neugeborene, gemäß dem Gesetz dem Herrn im Tempel dargebracht. Dabei erscheint der greise Simeon, dem geoffenbart worden war, er werde nicht sterben, ohne den Messias gesehen zu haben.

Als vergleichbare Szene aus der Zeit des Gesetzes ist das Opfer des Samuel durch seine Mutter Hanna gewählt. Deren Gebet um einen Sohn war erhört worden, sie erfüllte ihr Gelübde und weihte das Kind Jahwe.

Darbringung Samuels - Bibeltext

Erstes Buch Samuel 1,24-28

Als sie [Hanna] ihn [Samuel] entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.

Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,

und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.

Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.

Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.

Darstellung Christi im Tempel - Bibeltext

Lukas-Evangelium 2,22-38

 

Dann kam für sie [Maria] der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,

gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.

Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.

Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.

Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,

nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, wie dein Wort es verheißen hat.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen,

das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.

Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.

Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;

nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.

In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.


Gewölbescheitel

Personifikationen von Gesetz und Gnade

Am Beginn des Zyklus ist sein Thema durch die beiden Personifikationen Lex und Gratia, Gesetz und Gnade, im Gewölbescheitel angegeben. Die beiden weiblichen Halbfiguren ohne Attribute sind durch das Spruchband am Bildrand erklärt. Unter der einen steht: LEX PER MOYSEN DATA EST (Das Gesetz ist durch Moses gegeben), unter der anderen: GRATIA PER I. XRISTUM DATA EST (Die Gnade ist durch Jesus Christus gegeben).

In der Gegenüberstellung von Gesetz und Gnade sind (nach Johannes 1,17) "Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus." die beiden Zustände des Heils vor und nach der Zeitenwende in Christus benannt.

Diese Antithese der Epochen - die eine als Verheißung, die andere als Erfüllung - werden durch die Szenen der nördlichen, alttestamentlichen Reihe und der südlichen, neutestamentlichen veranschaulicht.


Zwickel des dritten Bildpaares

links: Prophet

rechts: Bischof

 

Der dem dritten Bildpaar zugeordnete Spruch des Propheten und der Kommentar eines Bischofs lauten: VENIET IN TEMPLVM SVUM DOMINATOR (In seinen Tempel kommt der Herr; Maleachi 3,10) und: SIMEON SENEX DEVM AGNOVIT (Der greise Simeon hat Gott erkannt).

Öffnungszeiten

 

Mo. - Sa.: 10.00-18.00 Uhr

So.: 10 - 16 Uhr

 

Führungen nur nach Absprache mit dem Pfarramt

 

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50676 Köln

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