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Schiffermadonna

Madonna

Rheinland (Aachen oder Köln?), um 1410/20

Holz; Höhe 205 cm; Fassung neu

St. Maria Lyskirchen, innere Westwand

 

Die überlebensgroße Madonnenfigur gehört nicht zur ursprünglichen Ausstattung von St. Maria Lyskirchen, stammt vielmehr (angeblich) aus dem Zisterzienserinnen-Kloster in Walberberg. Sie gelangte vermutlich am Anfang des 19. Jahrhundert hierher. Die Gewandstatue variiert einen bestimmten, böhmischen Typus der Madonnen des 'weichen Stils'. Sie ist nach unten ungewöhnlich verbreitert; die sanft geschwungene Bewegung der Gestalt ist eingebettet in die pyramidenartige Komposition der Gewandmasse, die an ihrer rechten Seite in langen Bahnen, an der linken in 'Kaskaden' der gerafften Säume herabfällt. Maria hält das nackte Jesuskind, das sich zum Betrachter wendet und einen kleinen Apfel zu reichen scheint.

Die Figur entspricht in Format, Haltung und den wesentlichen Faltenzügen einer Statue in St. Foillan in Aachen - ohne, daß sie deswegen deren Replik wäre.

Die populäre Bezeichnung der Figur als 'Schiffermadonna' könnte aufgekommen sein, als sie seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts im Freien an der Ostapsis aufgestellt war (bis 1868) und die Vorstellung üblich wurde, sie sei von den Rheinschiffern verehrt worden. Dies gehört zu den lokalen, historisch schwer begründbaren Überzeugungen - ähnlich wie die Meinung, St. Maria Lyskirchen sei die Kirche der Schiffer gewesen. Tatsächlich war das Viertel um die Kirche seit dem Spätmittelalter zumindest zum Teil auch von den Schiffern bewohnt; erst am Beginn des 17. Jahrhunderts gab es eine Zunft und seit 1670 eine Nikolaus-Bruderschaft der Schiffer.

An Lyskirchen 8

50676 Köln

Tel.: (0)221 - 214615

https://www.katholisch-in-koeln.de/ueber-uns/st-maria-lyskirchen/