Die Basilika St. Kunibert ist im Kreis der sog. großen romanischen Kirchen Kölns mit einem Baubeginn am Anfang des 13. Jh. die jüngste. Propst Theoderich von Wied (amt. 1194/96–1212) legte den Grundstein zum Neubau an der Stelle der ursprünglichen Clemenskirche, die um 650 durch den damaligen Kölner Bischof Kunibert gestiftet und in der er um 663 auch begraben wurde.
Die Verehrung des hl. Kunibert ist seit dem 9. Jh. nachweisbar. Seine Gebeine wurden bereits 920 erhoben und in einen ersten Schrein überführt, ab 1168 wurde ein neues kostbares Behältnis in Form eines reich geschmückten spätromanischen Reliquienschreins geschaffen.
Der Neubau wuchs schnell in die Höhe und bereits 1226 konnten zwei Seitenaltäre geweiht werden. Die Konsekration der fertigen Kirche erfolgte 1247, ein Jahr vor Grundsteinlegung des gotischen Kölner Domes.
Die dreischiffige Basilika St. Kunibert strahlt bereits Helligkeit, Geräumigkeit und Größe aus, die eine Vorahnung auf die stilistische Veränderung der Gotik verheißt. Zu den Besonderheiten der Kirche gehören die Chorfenster aus der Erbauungszeit (ca. 1220–1230). Es sind die ältesten Glasmalereien in Köln, die noch an ihrem Ursprungsort zu bestaunen sind.
Der sog. Kunibertspütz ist ein Brunnen in einem Raum mit einer Mittelsäule unterhalb des Chorraums, der vielleicht einst ein heidnisches Brunnenheiligtum war. Einer Legende zufolge holt der Storch die Kölner Kinder aus dem Kunibertspütz.
Kunsthistorisch sehr bedeutend ist die spätgotische Verkündigungsgruppe an den Pfeilern zum Chorraum. Darüber hinaus haben sich reichhaltige Ausstattungstücke aus verschiedenen Epochen und aus der Stiftsgeschichte erhalten. Zu St. Kunibert gehörte ehemals eine Stiftsgemeinschaft, deren Gebäude und Kreuzgang sich auf der Nordseite der Kirche befanden.




