Ende der 1970er Jahre war die Euphorie und die Finanzierung des Wiederaufbaus der Großen Romanischen Kirchen ins Stocken geraten. Es zählt zu den bedeutenden Verdiensten von Stadtkonservatorin Hiltrud Kier (amt. 1978–1990), sich für Erhalt und Wiederaufbau der zwölf Großen Romanischen Kirchen Kölns eingesetzt und dieses Bewusstsein auch bei den Kölnerinnen und Kölnern wieder geweckt zu haben. Das führte zur Gründung des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e. V. im Dezember 1981.
Zusammen mit Diözesanbaumeister Wilhelm Schlombs erfolgte die Ausrufung des Jahrs der Romanischen Kirchen für 1985 mit zahlreichen Veranstaltungen und dem Ziel, die Beseitigung der meisten Kriegsschäden bis dahin abzuschließen. Der Förderverein hatte es mit vielen Aktionen geschafft, die romanischen Kirchen Köln als zentrales Thema bei den Menschen zu etablieren. Es herrschte eine regelrechte Aufbruchstimmung, weil die sanierten Kirchen erstmals wieder ohne Bauzäune zu sehen waren, verschlossen Räume wieder zugänglich wurden und verloren gegangene Pracht sich neu entfaltete.
In St. Kunibert wurden 1981/82 konkrete Planungen für einen historisierenden Wiederaufbau von Westquerschiff und Westturm in der Ausführung des Zustandes vor dem Einsturz 1830 aufgenommen. Die Entwürfe zu Fassade und Turm stammten von Leo Hugot, das Konzept des Querschiffs mit verstärkten Vierungspfeilern von Otmar Schwab.
Die heutige Westfassade mit großen Rundbogenfenstern weicht vom Zustand vor 1830 deutlich ab. Während tatsächlich die Arbeiten an vielen der großen romanischen Kirchen bis Mitte der 1980er-Jahre abgeschlossen werden konnten, war der Wiederaufbau des Westquerhauses von St. Kunibert noch in vollem Gang. Der Abschluss des Wiederaufbaus von St. Kunibert wurde mit Gottesdiensten und Feiern während der Zeit vom 3. Oktober (Todestag der hll. Ewalde) bis zum 14. November 1993 (Kunibertspatrozinium) begangen.
Mit der Instandsetzung des Westquerhauses war damit auch gleichzeitig die bauliche Wiederherstellung aller zwölf Großen Romanischen Kirchen abgeschlossen.