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St. Maria im Kapitol
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Kleeblattchor
St. Maria im Kapitol
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Kleeblattchor
St. Maria im Kapitol
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Kleeblattchor
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Kleeblattchor

Kleeblattchor | Bilder von Leiden und Legenden

Während die Kirche im Hauptschiff die Maße des Tempels übernahm, schuf der im 11. Jh. angesetzte Kleeblatt- oder Dreikonchenchor einen beeindruckenden Raumkörper und stellte eine wegweisende Neuschöpfung dar. Die Kleeblattlösung ist in einer schlichteren Form in der Geburtskirche in Betlehem zu finden. Nicht auszuschließen, dass dieses Vorbild in Köln bekannt war. Die drei gleichförmigen, halbrunden Chorräume mit ihrer umlaufenden Pfeilerreihe waren jedenfalls stilbildend für viele spätere romanischen Kirchen. Gestützt wird dieser neue Bauteil im Osten von einer gewaltigen, schlicht ausgestatteten Krypta im Unterbau.

Kunstwerke

Eine großartige bürgerliche Stiftung in der Stiftskirche ist der Lettner, der traditionell den Chorraum, der den Klerikern vorbehalten war, vom Laienbereich trennte.

Das gewaltige Bauwerk aus hellem Kalkstein und dunklem Granit gaben sechs reiche Kölner Familien Anfang des 16. Jh. in Mecheln (heute Belgien) in Auftrag. Die Wappenschilder repräsentieren u. a. die Hackenays und Hardenraths, die durch Handel wohlhabend geworden waren und mitunter als Finanziers und Finanzverwalter der Kaiser Maximilian I. und Karl V. wirkten. Der 1525 errichtete Lettner ist ein seltenes Stück niederländischer Renaissance-Kunst in Köln. In aufwändig gearbeiteten Szenen erscheinen die Jesusgeschichte sowie Propheten und Heilige.

Lettner, Kalkstein, Granit, 1517–1523

St. Maria im Kapitol, Hirtz-Kapelle, Cruzifixus Dolorosus

Leiden und Sterben Christi am Kreuz veranschaulicht das Crucifixus dolorosus in der Zwickelkapelle an der Nordostseite auf ungewöhnlich expressive Weise.

Der sterbende, nur mit einem Lendentuch bekleidete Christus hängt kraftlos am Gabelkreuz. Der Crucifixus wurde aufgrund seiner Entstehung in den Jahren um 1300 als Urbild dieses Typus bezeichnet. Seine Wirkung ist jedoch erheblich gesteigert durch eine zweite Farbfassung aus dem 15. Jh., die die Spuren des Leidens noch dramatischer darstellt.

Christus am Kreuz, Nussbaum, frühes 14. Jh.

Leiden und Sterben Christi am Kreuz veranschaulicht das Crucifixus dolorosus in der Zwickelkapelle an der Nordostseite auf ungewöhnlich expressive Weise.

Der sterbende, nur mit einem Lendentuch bekleidete Christus hängt kraftlos am Gabelkreuz. Der Crucifixus wurde aufgrund seiner Entstehung in den Jahren um 1300 als Urbild dieses Typus bezeichnet. Seine Wirkung ist jedoch erheblich gesteigert durch eine zweite Farbfassung aus dem 15. Jh., die die Spuren des Leidens noch dramatischer darstellt.

Christus am Kreuz, Nussbaum, frühes 14. Jh.

Im Geist der Neuen Sachlichkeit entstanden die Entwürfe für die Obergaden-Fenster der Dreikonchenanlage.

Anton Wendling (1891–1965), Meisterschüler bei Johan Thorn Prikker, entwarf sie im Jahr 1938, aber vor dem Zweiten Weltkrieg konnte nur ein Fenster fertiggestellt werden, das Erzbischof Bruno I. mit Kirchenmodell zeigt (Ausführung: W. Derix, Kevelaer). Die Kartons im Besitz der Fa. Derix dienten seit 1979 als Vorlage für die übrigen Obergadenfenster des im Wiederaufbau befindlichen Chors. Sie zeigen verschiedene auf St. Maria im Kapitol bezogene Heilige und andere für die Kirche bedeutsame Personen: große Gestalten von einfacher Strenge und geometrisierender Formensprache. 

Glasfenster, Entwurf: Anton Wendling, 1938, Fertigstellung: 1979 und 1985 

St. Maria im Kapitol, Chorraum, Hermann-Josef-Madonna

Ungleich volksnäher wirkt die Hermann Josef-Madonna am Pfeiler daneben aus dem späten 12. Jh., ein frühes abendländisches Beispiel für eine Skulptur im byzantinischen Typus der Madonna Eleusa (die Barmherzige).

Sie war ursprünglich wohl Teil eines Reliefs. Auffallend sind die hier immer ausgelegten Äpfel, die auf eine seit Jahrhunderten gepflegte Volkslegende zurückgehen. Hermann Josef soll um 1300 als Schulkind täglich die Kirche besucht haben, und irgendwann dem Jesuskind einen Apfel angereicht haben - ob aus Frömmigkeit oder weil er dachte, das Kind sieht hungrig aus, sei dahingestellt. In der Legende nahm die Madonna den Apfel dankbar an. Hermann Josef wurde später Mönch im Kloster Steinfeld in der Eifel und dort als Seelsorger und Prediger so beliebt, dass er als Heiliger verehrt wird – mit vatikanischem Segen allerdings erst seit 1958. Die Legende lebt jedenfalls weiter und regelmäßig legen Gläubige Äpfel vor der Madonna ab.

Madonna, Sandstein, Ende 12. Jh.