Das Renaissanceretabel aus Kalkstein entstand um 1540 und gelangte im 17. Jh. in die Krypta.
Die zentrale Szene des aus Pilastern, Bögen und Gebälk bestehenden Aufbaus stellt Christus am Kreuz dar, mit Maria und Johannes darunter, flankiert von den hll. Anno (links) und Mauritius (rechts). Bei den deutlich kleineren Figuren in der Profilansicht handelt es sich vermutlich um einen Diakon und einen Kanoniker des Stiftes. Auf den äußeren oberen Pilastern bekrönen die hll. Gereon (links) und Helena (rechts) den Altarretabel. Auf dem Giebel thront die Gottesmutter, und die Hll. Drei Könige beten den Gottessohn an. Wegen der Symmetrie des Aufbaus wohnt auch der hl. Josef (rechts) dieser Szene bei.
Die filigrane Ausarbeitung aller Figuren aus Kalkstein, die Putten in allen Zwickeln, die Bekleidung im Stil der Renaissance und vor allem das ausgewählte Heiligenprogramm sprechen für eine vormals sehr prominente Platzierung des Altaraufsatzes, vermutlich am Kreuzaltar auf der Treppenanlage zwischen Dekagon und Chor.
Altarretabel, Kalkstein, um 1540