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St. Pantaleon
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St. Pantaleon
Westbau & Lapidarium
St. Pantaleon
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St. Pantaleon
Westbau & Lapidarium

Eine majestätische Fassade

Der dominante Westbau mit seinen zwei Treppentürmen und dem hervortretenden Mittelgiebel gilt als das Erkennungsmerkmal von St. Pantaleon.

Er ist der zweiten ottonischen Bauphase der Kirche zuzuordnen, die auf zwischen 984 und um 1000 datiert und während der die Kirche ausgebaut wurde. Initiiert wurde dies vermutlich von Kaiserin Theophanu, die nach ihrem Tod in der Kirche beigesetzt wurde. Das ottonische Westwerk besteht nicht mehr vollständig, da die Vorhalle im 18 Jh. abgebrochen und im 19 Jh. in verkürzter Form wieder aufgebaut wurde. Die heutige Fassade vermittelt eine gute Idee des ottonischen Bauwerks, denn der Wiederaufbau gibt die ursprüngliche Gliederung mit der Bogenöffnung im Erdgeschoss recht genau wieder.

Nur die Nischen gleichen dem ottonischen Bau nicht, zudem wurde er auch um eine Achse verkürzt. Beim Eintritt in den Westbau bemerkt man ein Deckengemälde im Vierungsraum, das von 1966 Gerhard Kadow ausgeführt wurde. Dargestellt ist das Himmlische Jerusalem.

Lapidarium

Auf der Empore des Westwerks befindet sich seit 1997 das Lapidarium von St. Pantaleon. Ein Lapidarium ist die Bezeichnung für eine Sammlung von Steinwerken, die bei archäologischen Grabungen an einem Ort gefunden und anschließend auch dort ausgestellt wurden. In St. Pantaleon können unter anderem die ottonischen Skulpturenfragmente betrachtet werden, aber auch Überreste weiterer steinerner Ausstattungsobjekte.

Kunstwerke

bildfehlt

In der nördlichen Kapelle des Westbaus steht der Sarkophag der Kaiserin Theophanu († 991). Gefertigt wurde der Sarkophag 1965 von dem Kölner Künstler Sepp Hürten.

Die umlaufende Inschrift des Deckels berichtet von der Verbindung der byzantinischen Prinzessin und St. Pantaleon. Als Kaiserin und Ehefrau Ottos II. hatte sie großen Einfluss im deutsch-römischen Reich des 10 Jh. Mit St. Pantaleon fühlte sie sich besonders verbunden. Sie machte der Kölner Kirche viele Schenkungen und wählte sie zu ihrer Grabstätte. Das Mosaik unter dem Sarkophag wurde im Zuge der Generalsanierung von St. Pantaleon im Jahr 2024 verlegt. Der Entwurf stammt von der Künstlerin Maria Fernándes Ortiz.

Sarkophag, Naxischer Marmor, Sepp Hürten, Köln, 1965

Mosaik, versch. Steinmaterial, Rosso-Persia Marmor, Maria Fernándes Ortiz, Aldenhoven, 2024

Die inkrustierte Kalksteinplatte mit den Mosaikfragmenten war vermutlich einst Teil einer Altarantrittsplatte. Zusammengesetzt aus hochwertigen Steinen zeigt die Platte symmetrisch zusammengesetzte Ornamente aus quadratischen, rechteckigen, runden und tropfenförmigen Elementen. So entstand ein kostbarer Teppich, der wohl vor einem Altar von St. Pantaleon in den Boden eingearbeitet war. Das Muster ist auch heute noch gut zu erkennen, obwohl einige Plättchen im Laufe der Zeit ausgebrochen sind. Datiert wird das Objekt in das 9 Jh. Damit gehört es zu den ältesten Ausstattungsstücken der Kirche.

Mosaikfragment, Kalkstein, grüner und roter Porphyr, Granit, Porphyrit und Verde Antico, Kalkmörtel, Inkrustationstechnik, 1. Hälfte des 9. Jh.

Unter den erhaltenen Steinresten von St. Pantaleon befinden sich auch einige Fragmente, die einst zu Figuren gehörten.

Vermutlich wurden die Figuren in ottonischer Zeit gefertigt. Es handelt sich um drei Köpfe, eine Hand, einen Fuß, ein Torso, der in ein Gewand gekleidet ist, ein Gefäß (Rauchfass?) und insgesamt drei Flügelfragmente.

Besonders gut erhalten hat sich der frontal nach vorne blickende Kopf eines Mannes mit gescheiteltem Haar und Vollbart. Wer genau hier dargestellt wurde, ist allerdings nicht bekannt. Die Figuren könnten einst Teil eines Zyklus‘ gewesen sein, der an der Westfassade angebracht war.

Steinfragmente, Muschelkalk, 10. Jh.

Das Lapidarium der Kirche beherbergt Steinfragmente einer romanischen Chorschranke, die einst als Abschrankung des Chores vom sonstigen Kirchenraum diente.

Chorschranken bestanden aus steinernen Wänden, die bildhauerisch und malerisch gestaltet waren. Das Fragment in St. Pantaleon zeigt rundbogige Arkaden, die sich auf Pfeilern stützen.

Es ist davon auszugehen, dass alle romanische Kirchen in Köln einst Chorschranken besaßen. Erhalten hat sich nur das Exemplar in St. Pantaleon.

Die Chorschranken wurden 1502/03 aus dem Kirchenraum entfernt und durch den ebenfalls noch erhaltenen Lettner ersetzt.

Fragment einer Chorschranke, 1100–1199, Kalkstein