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Groß St. Martin
Groß St. Martin
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Groß St. Martin
Groß St. Martin
Dreikonchenchor
Groß St. Martin
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Dreikonchenchor
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Groß St. Martin
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Dreikonchenchor

Dreikonchenchor | Vollendung in Harmonie

Groß St. Martin wurde wohl unmittelbar nach einem Stadtbrand des Jahres 1150 begonnen. Financier der Kirche war unter anderem der Kölner Erzbischof Arnold von Wied, der zeitgleich der Weihe der von ihm gestifteten Doppelkirche in Schwarzrheindorf entgegensah.

Hier wie dort wurden Bauten mit einem den Gesamteindruck beherrschenden zentralisierenden Vierungsturm über kurzem, kreuzförmigem Grund errichtet. Im Falle Groß St. Martins wurde die Dominanz des Vierungsturmes durch identische Gestaltung aller seiner Fassadenseiten mit umlaufenden Arkaden, Galerien und Friesen, durch Aufstockung und allseitig angebrachte Ecktürmen in unvergleichlicher Weise gesteigert.

Der kleeblattförmige, sog. Dreikonchenchor Groß St. Martins greift maßgebliche Tendenzen seiner Zeit auf, steigert sie aber in vollendeter Harmonie. Vom Ostbau des Bonner Münsters - erbaut unter Probst Gerard von Are, Arnold von Wieds Konkurrent um den Kölner Bischofsthron - übernimmt Groß St. Martin die Etagengliederung des Chorbaus: Die Apsis erhält außen wie innen gleich hochgelegene Gesimsunterteilungen; auch die Anzahl der innen wie außen gliedernden Bögen ist identisch.

Die Kölner Kirche führt aber nun die Gliederungselemente der Apsis im Sinne des in Köln entwickelten Prinzips der Umkreisung konsequent über den gesamten Dreikonchenchor fort. Im Innern kommt die Zweischaligkeit hinzu: Die Halbkuppeln der Konchen lasten nicht auf den durchfensterten Außenwänden, sondern auf einem inneren Halbkreis sehr hoher und schlanker Stützen. Damit entsteht eine fast schon gotisch zu nennende steile und schlanke Proportionalität des tatsächlich auch von Bauten der französischen Frühgotik inspirierten Raums.

Kunstwerke

Die Fenster der Ostkonche wurden Mitte der 1980er Jahre wie alle übrige Buntverglasung der Kirche nach Entwürfen des deutschen Kunst- und Glasmalers Hermann Gottfried (1929–2015) ausgeführt.

Hermann Gottfried hatte ab Ende der 1950er Jahre seinen für moderne Kunstverglasungen gut geeigneten, expressiv splittrigen Figurenstil entwickelt. Die Chorfenster zeigen von links nach rechts den hl. Martin als Mönch, die Mantelteilung und Martin als Bischof. Gottfrieds Formentwicklung reichte bis zur völligen Gegenstandsabstraktion.

Seine farbig bewegten Fenster in Groß St. Martin wurden aufgrund der bewusst schlicht und reduziert gehaltenen Nachkriegsausstattung der Kirche auch kritisch beäugt. Um willen der einheitlichen Gesamterscheinung des Dreikonchenchors wäre es aber wünschenswert, wenn auch die von Gottfried für die Nord- und die Südkonche gestalteten Brigiden- bzw. Eliphiusfenster einst ausgeführt und eingebaut würden.

Glasmalerei, Hermann Gottfried, 1984–1990

Die für das Jahr 1172 überlieferte Kirchweihe Groß St. Martins bezog sich auf den bis dahin fertiggestellten Dreikonchenchor.

Der Hochaltar in der Ostkonche wurde damals auf den hl. Martin von Tours und den hl. Eliphius geweiht. Eliphius von Rampillon war Diakon und wurde der Legende nach im Jahr 362 unter Kaiser Julian Apostata durch Abtrennen seiner Hirnschale hingerichtet. Erzbischof Bruno hatte die ihm vom Bischof von Toul geschenkten Reliquien des Heiligen 959 seinem Kölner Martinskloster vermacht.

Heute befinden sich die Reliquien im Altar der Südkonche. Die rund 900 Jahre alte und noch mit der originalen Farbfassung versehene hölzerne Schnitzfigur darauf wurde 1986 im Kunsthandel erworben.

Die Identität des dargestellten heiligen Priesters ist zwar nicht bekannt; die Figur wurde aber aufgrund einer gestischen Verwandtschaft - sie hält ihre abgetrennte Hirnschale mit eigenen Händen fest - für einen Eliphius genommen.

Hl. Eliphius, Holz, farbig gefasst, 12. Jh.