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St. Pantaleon
St. Pantaleon
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St. Pantaleon
Langhaus & Chor
St. Pantaleon
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Langhaus & Chor

Ottonische Mauern mit barocken Erweiterungen

Das Langhaus sowie die beiden östlichen Querräume zählen zu den ältesten Bauteilen von St. Pantaleon. Sie wurden zwischen 964/66 und 980 errichtet.

In einer zweiten Bauphase, die kurz nach der ersten begann und um 1000 endete, wurde der Saalbau verlängert und mit einem Westwerk ausgestattet. Zudem wurde der Chorbereich umgebaut. Im 12. Jh. wurde das Kirchenschiff um zwei Seitenschiffen erweitert. Maßgebliche Veränderungen brachten sowohl das 17. Jh. - in dieser Zeit wurde beispielsweise der Lettner vom Osten in den Westen der Kirche versetzt - als auch die Barockisierung der Innenausstattung im 18. Jh. Eine abschließende Neugestaltung brachte der Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nachdem das Gewölbe des Mittelschiffs einstürzte, wurde es durch eine Flachdecke ersetzt. Ende der 1980er Jahre wurde der Künstler Dieter Hartmann damit beauftragt, die Decke mit einem Bildprogramm auszustatten. Die Malereien in den Bildfeldern wurden 1993 ausgeführt und zeigen die Wurzel Jesse.

Kunstwerke

St. Pantaleon, Vierung, Albinusschrein

St. Pantaleon beherbergt zwei spätromanische Schreine, die für die Reliquien des hl. Albinus und des hl. Maurinus geschaffen wurden.

In ihrer Gestaltung sehr ähnlich handelt es sich bei beiden Reliquienschreinen um rechteckige Schreingehäuse mit Satteldächern, dessen Längsseiten in jeweils sieben Arkaden aufgeteilt sind. Die vergoldeten Schreine sind reich verziert mit figürlichen Reliefdarstellungen, Edelsteinen, Inschriften und filigranem Dekor. Besonders eindrucksvoll sind die fein gearbeiteten Emailplättchen, die mit ihren Blau-, Grün- und Goldgelbtönen und ihrem Formen- und Detailreichtum von der beeindruckenden Handwerkskunst des Mittelalters zeugen. Der Figurenschmuck der Schreine ist um 1800 geraubt worden, weswegen die Flächen unter den Bögen auf den Längs- und Stirnseiten heute leer stehen. Beide Schreine wurden zwischen 1949/50 und 1950/51 durch Carl Kessler wiederhergestellt und teilweise ergänzt.

Reliquienschrein des hl. Maurinus, Kern aus Eichenholz, Kupferblech (vergoldet, getrieben, gestanzt), Bronzeguss (vergoldet), Grubenschmelzemail, Steinbesatz, Köln, um 1170

Reliquienschrein des hl. Albinus, Kern aus Eichenholz, Kupfer (vergoldet, getrieben), Bronzeguss (vergoldet), Stanzwerk, Grubenschmelzemail, Filigran, Steinbesatz, Köln, um 1186

Das wohl eindrucksvollste Kunstwerk von St. Pantaleon ist der spätmittelalterliche Lettner, der einst den Bereich der Kleriker von dem übrigen Kirchenraum abtrennte.

Er besteht aus fünf Arkaden, die auf Säulen aufsitzen und außen in Kielbögen nach oben ragen. Der Lettner ist reich verziert, wobei die mittlere Zone durch Figuren, Bögen und Filialen besonders betont wird. Im Zentrum steht die Muttergottes mit dem Jesuskind im Arm, dazu der hl. Pantaleon mit dem Salbgefäß in der Hand und der hl. Mauritius. Das Figurenensemble wird ergänzt durch zwei Heilige des Benediktinerordens sowie durch den hl. Johannes den Evangelisten und den hl. Quirinus von Neuss. Im Zentrum des Lettners findet sich zudem ein Relief der hl. Veronika mit dem Schweißtuch Christi.

Erbaut wurde der Lettner wohl in der Amtszeit des Abtes Johannes Lüninck (1502–1514), dessen Wappen zentral positioniert wurde. Ursprünglich war auch die Rückseite des Lettners gestaltet.

Lettner, Baumberger Sandstein und Tuff, wohl einst partiell farbig gefasst, einer Werkstatt am Mittelrhein zug., Anfang des 16. Jh.

Als seltenes Zeugnis frühbarocker Glasmalerei haben sich in St. Pantaleon drei Chorfenster erhalten. Sie wurden um 1622 im Zuge der Chorneugestaltung in der Werkstatt des Heinrich Bruin d. J. gefertigt.

In dem Mittelfenster ist die Kreuzigung Christi dargestellt worden. Rechts und links des Kreuzes stehen die Gottesmutter Maria und der Apostel Johannes. Am Fuße des Kreuzes kniet Maria Magdalena. Die seitlichen beiden Fenster zeigen jeweils drei Heilige: (v.l.n.r.) hl. Gereon (oder hl. Mauritius bzw. hl Albinius), hl. Pantaleon, hl. Quirinus von Neuss, ferner hl. Bruno, hl. Benedikt und hl. Engelbert von Köln (?). Ergänzt werden die figürlichen Darstellungen durch fünf Wappen in der untersten Zone. In dem linken und im rechten Fenster zeigen sich die Wappen der Stifter: links des Kölner Erzbischofes Ferdinand von Bayern, und rechts des Herzogs Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und seiner Frau Magdalena von Bayern. Mittig ist das Kölner Stadtwappen zu sehen und ein unbestimmtes Wappen.

Chorfenster, Glasmalerei, Antikglas, Blei, Schwarzlot, Silbergelb, Heinrich Bruin der Jüngere, 1619–1622

Der Hochaltar von St. Pantaleon wurde von 1747 bis 1749 unter Abt Eberhard von Schallenberg erbaut. Damit ersetzte er einen Vorgängeraltar, der dem hl. Maurinus geweiht war.

Typisch für ein Werk des Barocks ist der Altar von imposanter Größe und reich an Verzierung und Figuren. Die Figuren sind weiß und gold gefasst. Zentral positioniert befindet sich der hl. Pantaleon, gekleidet in ein antikes Gewand. Zu seiner Rechten finden sich der hl. Benedikt und der hl. Mauritius, zu seiner Linken der hl. Quirinius und der hl. Sebastian. Bekrönt wird der Altar von einem von Voluten gefassten Baldachin, in dessen Mitte die Heilig-Geist-Taube schwebt. An der Spitze befindet sich ein auf einer Kugel stehendes Kreuz.

Hochaltar, Holz, Stuck, teilvergoldet, teilversilbert, 1747-1749

Zusammen mit dem Hochaltar erhielt St. Pantaleon im Jahr 1749 auch eine neue Kanzel. Damit ersetzte die Kanzel ein älteres, hölzernes Modell von 1612.

Zwei Putten tragen den vierseitigen Kanzelkorb aus Stuckmarmor. Sowohl der Korb als auch der seitliche Treppenaufgang sind mit filigraner Malerei auf blauem Grund verziert. Die Felder zeigen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zusammen mit ihren Symbolen Mensch, Löwe, Stier und Adler. Weiter sind Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt worden. Über dem Korb schwebt die Heilig-Geist-Taube an der Unterseite des Schalldeckels. Dieser wiederum ist reich mit Voluten und Engeln verziert.

Kanzel, Stuckmarmor, getönt und stellenweise vergoldet, 1749

Detail Grabmal von Moers

Bei den Figuren an der Wand des südöstlichen Querschiffes handelt es sich um die Grabfiguren des Grafen Friedrich III. (gest. 1448) und seinen Sohn Vinzenz von Moers (gest. 1499).

Die Männer sind in zeitgenössischen Rüstungen gekleidet, wobei die des Sohnes deutlich schlichter gestaltet wurde. Die beiden Grafen sind auf Kissen gebettet. Der Vater hat die Hände im Schoß gefaltet, der Sohn hält sie betend vor der Brust erhoben. Zu den Füßen der Männer sind die Wappen der Familie zu erkennen, links von einem bärtigen Mann gehalten, rechts von zwei Löwen. Ursprünglich waren die Figuren nicht an der Wand angebracht, sondern lagen waagerecht und in leicht erhöhter Position auf zwei Grabmälern (Tumben), die im Querhaus der Kirche aufgestellt waren.

Die Grafen von Moers spielten eine wichtige Rolle bei der Ordensreform der Benediktiner und unterstützen den Orden bei der Instandsetzung des Klosters St. Pantaleon im 15. Jh.

Grabmal der Grafen von Moers, Tuffstein, Werkstatt eines Kölner Steinbildhauers, Mitte des 15. Jh. und Anfang des 16. Jh.

Zu Beginn des 20 Jh. wurden im nördlichen Treppenturm des Westwerks mittelalterliche Rötelzeichnungen freigelegt.

Zu sehen sind fragmentarisch erhaltene Skizzen, die scheinbar ohne erkennbare Komposition oder ikonographischen Zusammenhang an die Wand gemalt wurden. Es wird vermutet, dass es sich um Übungsskizzen handelt, die später überstrichen wurden. Gut zu erkennen sind die beiden Löwen, die sich gegenüberstehen und ein geflügelter Drache, aus dessen Maul Ranken zu wachsen scheinen. Ferner gesellt sich eine sitzende Figur dazu und ein thronender Christus, der an seinem Nimbus zu erkennen ist.

Die genaue Datierung der Skizzen ist schwierig. Möglich wäre eine Entstehung in ottonischer Zeit oder etwas später – mit Blick auf die Baugeschichte der Treppentürme - in der zweiten Hälfte des 12. Jh.

Rötelzeichnung auf Putz, Fresko, um 1000 oder 1150–1199 (?)