Zum Inhalt springen
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
Krypta & Albertusgrab
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
St. Andreas
Krypta & Albertusgrab

Krypta & Albertusgrab | Zeitweise zugeschüttet

Dass St. Andreas heute eine Krypta besitzt, geht auf den Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Zwar besaß der ursprüngliche Kirchenbau des 11 Jh. eine Krypta, doch wurde diese 1414 im Zuge des Neubaus des Chores verschüttet und in großen Teilen zerstört. Knapp 530 Jahre später nahm man den Wiederaufbau der Kirche zum Anlass, die Krypta wieder freizulegen. 

Ausgegraben wurde in den 1950er Jahren eine dreischiffige, etwa 7x20 m große Halle. Die dreischiffe Halle war damals wie heute von zwei Stützenreihen gegliedert. Die sechs Rundstützen aus Beton stehen an den Stellen, an denen die mittelalterlichen Pfeiler nachgewiesen werden konnten. 

An die Hallenkrypta angrenzend liegt die sogenannte Albertusgruft. Dieser westliche Teil der Krypta geht nicht auf einen mittelalterlichen Baubestand zurück. Entworfen wurde er von dem Architekten Karl Band, der auch den Wiederaufbau von St. Andreas betreute. Tiefer gelegen als der östliche Teil ist dieser Raum eigens für die Verehrung des hl. Albertus Magnus gedacht. Obwohl die gesamte Krypta als ein offener Raum gestaltet ist, wird die Gruft durch die Tieferlegung und ein eisernes, hüfthohes Gitter zwischen den Pfeilern von dem restlichen Raum getrennt. So ergibt sich eine Kombination aus dem Grabgewölbe unter der Vierung der Kirche und dem eigentlichen Kryptenraum, der sich unter dem Chor befindet. Die Krypta in ihrer heutigen Gestalt ist somit eine gelungene Symbiose aus mittelalterlichem Bestand und Nachkriegsarchitektur der 1950er Jahre.

Kunstwerke

Der westliche Bereich der Krypta dient als letzte Ruhestätte des hl. Albertus Magnus. Mittig steht ein Sarkophag mit seinen Gebeinen. 

Der hl. Albertus Magnus ist ein wichtiger Heiliger des Dominikanerordens. Er war Schriftsteller, Gelehrter und Bischof. Sein Einfluss auf die Stadt Köln ist bis heute spürbar: 1248 gründete er die Ordensuniversität der Dominikaner, auf die 1388 die Gründung der Universität Köln folgte. Zudem förderte er den Bau des Kölner Doms. Nach seiner Zeit in Köln wirkte er in Worms, Regensburg, Würzburg und Straßburg. Gegen Ende seines Lebens kam er nach Köln zurück und verweilte bis zu seinem Tod 1280 in dem Dominikanerkloster Hl. Kreuz. Nachdem das Kloster 1804 aufgelöst und abgerissen wurde, wurden seine Gebeine nach St. Andreas überführt. Seit 1954 ruhen sie in dem eigens dafür aufgestellten römischen Sarkophag. Dieser stammt ursprünglich aus St. Ursula.

Sarkophag, Sandstein, römisch

In der Krypta haben sich Wandmalereien erhalten, die in das 14. Jh. datiert werden. An der nordwestlichen Ecke befindet sich eine Darstellung des Märtyrertodes des Jesaia. Zu sehen ist der kniende Prophet, in dessen Kopf eine lange Säge steckt, die von einem Mann gehalten wird. Links daneben steht der König Manassa, der Jesaias Tod befohlen hatte. 

Gegenüber befinden sich zwei Pfeiler, die ebenfalls Wandmalereien aufweisen. In den beiden oberen Feldern sind Chorherren zu sehen, die sich auf ein Lesepult stützen. Vor ihnen liegen aufgeschlagene Bücher. Die Ausrichtung lässt vermuten, dass im frühen 14. Jh. zwischen den Pfeilern einst ein Grabmal stand. 

Seitlich des nördlichen Eingangs liegt eine Person mit Heiligenschein auf ihrem Sterbebett. Der Oberkörper der Person ist entblößt. Um sie herum stehen vier Personen, darunter ein Herrscher mit Krone. Gegenüberliegend und damit seitlich des südlichen Eingangs wurde der hl. Aegidius mit der Hirschkuh und dem König Wanega verewigt.

 

Wandmalerei, Kalkmörtel, Sinopia, Kalksecco (?), 1300–1414