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Renaissance & Barock

Anbauten des 16. Jahrhunderts

St. Georg gehört zu den wenigen romanischen Kirchen Kölns, an denen auch im fortgeschrittenen 16. Jahrhundert gebaut wurde. Eine erste Maßnahme betraf den Innenraum, wo vor dem südlichen Kryptenzugang eine lettnerartige Bühne entstand, die spätgotische Maßwerkformen aufwies (1927/30 abgebrochen und vor dem Kirchenbau wiederaufgestellt, dort 1945 zerstört). Etwa um dieselbe Zeit wurden auch die Spitzgiebel über dem Chor und den Querhäusern erneuert.

 

Eine Stiftung des damaligen Dechanten von St. Georg, Wilhelm Wysch (1517-1545), ermöglichte die Errichtung von zwei Vorhallen, eine im Süden (1536) und eine im Norden (1552) des Langhauses. Die Vorhallen markieren die bereits für den annonischen Bau nachweisbaren beiden profanen Eingänge. Während die Südvorhalle den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel, stehen drei Joche des ehemals fünfjochigen und zweigeschossigen nördlichen Anbaus noch aufrecht.

 

Die zerstörte südliche Vorhalle war einjochig ausgeführt und über zwei Geschosse dem frühstaufischen Portal mit der Löwenplastik - das heute wieder sichtbar ist - vorgesetzt.

Säulchen, die von Schaftringen unterbrochen sind, formten das konstruktive Gefüge.

Im Erdgeschoss befand sich der doppelbogige Durchgang, im Obergeschoss nur ein großer Bogen, in den ein Kruzifix eingestellt war. Der Vorbau endigte in einer Lünette mit einer großen Muschelform. Innerhalb dieses Aufsatzes befand sich die Jahreszahl der Errichtung 1536.

Mit dem 1552 erfolgten Bau der nördlichen Vorhalle, die wahrscheinlich einen mittelalterlichen Vorgängerbau ersetzte, wurde ein Verbindungsgang zwischen der Kirche St. Georg und der nördlich gelegenen Pfarrkirche St. Jakob geschaffen. Etliche Auseinandersetzungen zwischen dem Kapitel von St. Georg und der Pfarrgemeinde waren mit dieser Baumaßnahme verbunden. Von dem Gang, der den nördlichen Eingangsbereich der Kirche bildet, sind heute noch drei Joche ohne das Obergeschoss erhalten. Die Dekoration des Innenraums beschränkt sich auf die ornamental verzierten Gurtbögen und die Kämpferblöcke, die alttestamentarische Themen abbilden (Adam und Eva, König David, Samson und der Löwe). Im südlichen Joch ist noch das Wappen des damaligen Stiftspropstes Johann Gebhard Graf von Mansfeld (1548-1558) auf dem Schlussstein erhalten. Östlich des Verbindungsganges lag ein kleiner Friedhof.

Die Veränderungen des Barock

In den Jahrzehnten um 1770/80 erhielt St. Georg im Inneren eine zeittypische Ausstattung. Von den damals neu eingebrachten Stücken sind heute lediglich noch zwei Figuren des Hochaltares erhalten: die Holzskulpturen von Petrus und Paulus.

Im Westchor wurde eine Orgel mit Sängerempore aufgestellt, die den Raum komplett ausfüllte. Die meisten Fenster wurden vergrößert. Den Abschluss der damaligen Maßnahmen bildete die Ausmalung des Innenraums durch den Bonner kurfürstlichen Hofmaler Johann Martin Metz (1717-um 1790). Metz, der an der Severinstraße lebte und dort seit 1771 eine private Malschule "für Figuren, Landschaften, Blumen und Früchte" betrieb, verwendete für St. Georg die damals beliebten Motive von Rocaillen (Muschelwerk), Blumenwerk und Rankenverzierungen. Das Gesamtbild der Ausmalung ist nicht überliefert. Mit der Wende zum 18. Jahrhundert nahm man den Ausbau des über 400 Jahre als Provisorium dienenden Holzaufbaus über dem Westchor in Angriff. Das mittelalterliche Dach auf der Glockenstube wurde durch eine geschweifte Haube mit darüber gefügtem kleinem Zwiebeldach ersetzt.

Ebenfalls in diese Zeit ist ein Dachreiter auf dem Langhausdach zu datieren.

 

 

 

 

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