Der Chor von St. Andreas stammt aus dem 1. Viertel des 15. Jh., seine Baugeschichte beginnt jedoch weitaus früher. Bereits im 11. Jh. besaß St. Andreas einen Chor. Dieser ehemalige salische Chor war flachgedeckt und schloss mit einer runden Apsis ab. Der Chorraum lag erhöht, darunter befand sich eine Krypta, deren Zugang über eine Treppe in der Vierung erfolgte. Dieser Zugang wurde um 1200 durch zwei seitliche Treppen ersetzt, die in die Chorwinkeltürme eingelassen wurden.
Der salische Chor mitsamt Krypta bestand bis 1413. Zu diesem Zeitpunkt muss er sich in einem baufälligen Zustand befunden haben, wie eine Urkunde aus diesem Jahr belegt. Ein Jahr später wurde der Chor abgetragen und die Krypta zugeschüttet. Der gotische Neubau des Chores wurde um einen halben Meter tiefergelegt und in östlicher Richtung um 6 m verlängert. Der neue Langchor, der bis heute besteht, setzt sich aus drei Jochen und einem siebenseitigen Chorpolygon zusammen. Er schließt mit einem Kreuzrippengewölbe ab. Durch die zwölf Fenster, die fast die gesamte Wandfläche des Chores einnehmen, ist er lichtdurchflutet.
Im Langchor befinden sich vier Konsolen (Tragelemente), zwei in Form von musizierenden Engeln und zwei, die als Prophetengruppe gestaltet wurden. Weiter oben, im Gewölbe, zeigen auch die Schlusssteine figürliche Darstellungen: den Salvator Mundi, die Muttergottes mit Kind, den hl. Andreas und den hl. Matthäus. Hervorragende Arbeiten, die von der Kunstfertigkeit mittelalterlicher Bildhauer zeugen.




