Dass St. Andreas heute eine Krypta besitzt, geht auf den Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Zwar besaß der ursprüngliche Kirchenbau des 11 Jh. eine Krypta, doch wurde diese 1414 im Zuge des Neubaus des Chores verschüttet und in großen Teilen zerstört. Knapp 530 Jahre später nahm man den Wiederaufbau der Kirche zum Anlass, die Krypta wieder freizulegen.
Ausgegraben wurde in den 1950er Jahren eine dreischiffige, etwa 7x20 m große Halle. Die dreischiffe Halle war damals wie heute von zwei Stützenreihen gegliedert. Die sechs Rundstützen aus Beton stehen an den Stellen, an denen die mittelalterlichen Pfeiler nachgewiesen werden konnten.
An die Hallenkrypta angrenzend liegt die sogenannte Albertusgruft. Dieser westliche Teil der Krypta geht nicht auf einen mittelalterlichen Baubestand zurück. Entworfen wurde er von dem Architekten Karl Band, der auch den Wiederaufbau von St. Andreas betreute. Tiefer gelegen als der östliche Teil ist dieser Raum eigens für die Verehrung des hl. Albertus Magnus gedacht. Obwohl die gesamte Krypta als ein offener Raum gestaltet ist, wird die Gruft durch die Tieferlegung und ein eisernes, hüfthohes Gitter zwischen den Pfeilern von dem restlichen Raum getrennt. So ergibt sich eine Kombination aus dem Grabgewölbe unter der Vierung der Kirche und dem eigentlichen Kryptenraum, der sich unter dem Chor befindet. Die Krypta in ihrer heutigen Gestalt ist somit eine gelungene Symbiose aus mittelalterlichem Bestand und Nachkriegsarchitektur der 1950er Jahre.

