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St. Aposteln
St. Aposteln
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St. Aposteln
Dreikonchenanlage
St. Aposteln
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St. Aposteln
Dreikonchenanlage

Dreikonchenanlage | Blickfang des Neumarkts

Der Kleeblattchor mit seinen drei gleichgroßen, symmetrisch angeordneten halbrunden Raumabschlüssen in Chor und Querschiffarmen (Konchen, Dreikonchenanlage) sowie mit seinen zwei Flankentürmen und mit der Vierungskuppel auf der Ostseite von St. Aposteln, ist vom Neumarkt bestens zu sehen.

Im Innern lässt sich die Gruppierung der drei Konchen um die Vierung noch besser nachvollziehen, allerdings sind den Konchen jeweils Vorjoche wie in Groß St. Martin vorgelagert. Die Wände der Dreikonchenanlage haben zwei Geschosse und drei Nischen im Unter- bzw. drei Fensteröffnungen im Obergeschoss, denen dort ein Laufgang und Säulen vorgestellt sind.

Die Vorjoche sind dagegen im oberen Geschoss vor dem Laufgang durch eine doppelte Galerie gegliedert. Neben St. Maria im Kapitol (um 1065) und Groß St. Martin (um 1172) ist der Kleeblattchor von St. Aposteln mit seiner Entstehungszeit um 1200 zeitlich der jüngste in Köln.

Kunstwerke

In der ersten Wiederaufbauphase unter Dom- und Diözesanbaumeister Willi Weyres wurden die gliedernden Architekturelemente (Pfeiler, Bögen etc.) steinsichtig belassen und die Wände weiß getüncht –  dies freilich erst nach Entfernen der nach dem Krieg noch umfangreich vorhandenen historistischen Raumfassungen.

Die zwischen 1988 und 1993 ausgeführte bestehende Ausmalung des Kleeblattchors schuf der Glas- und Kirchenmaler Hermann Gottfried (1922–2015). Gottfried setzte ein von Hochschulpfarrer Wilhelm Nyssen an frühstaufischen Wandmalereien wie in der Doppelkirche zu Schwarzrheindorf orientiertes modernes Bildprogramm mit der Darstellung der Offenbarung des Johannes aus dem letzten Buch des Neuen Testaments um.

Im Gewölbe der Südkonche ist u.a. das Lamm Gottes dargestellt, im Osten der himmlische Thronsaal mit dem gläsernen Meer, im Norden die apokalyptische Frau. Jeweils in den Vorjochen finden sich Bilder des auferstandenen Christus (Süden), der vier Wesen (Osten) sowie des Gekreuzigten (Norden).

Apokalypse, Gewölbemalerei, Hermann Gottfried, 1988–1993

Die 1988 in einem retabelartigen Gitterwerk von Paul Nagel hinter dem Altarraum aufgestellten Apostelfiguren gehören zum Besten, was an rheinischer Holzschnitzerkunst der Zeit bald nach 1350 vorgestellt werden kann.

Die feingliedrigen, um 46 cm großen und jeweils aus einem einzigen Stück Eichenholz gearbeiteten Figuren stehen in der Tradition der Chorpfeilerstauen des Kölner Doms von circa 1290, welche wiederum unmittelbar der hohen französischen Kathedralskulptur entlehnt sind. Hier wie dort sind die Gestalten unter reicher Gewandfältelung in höfisch-eleganter s-kurviger Körperhaltung wiedergegeben. Andere Vergleiche mit den drei großen rheinischen Flügelaltären des 14. Jh. (Oberwesel, Marienstatt und der Clarenaltar im Kölner Dom) ließen eine ursprüngliche Aufstellung der Figuren innerhalb eines Altarretabels vermuten.

Die sehr sorgfältig und individuell ausgearbeiteten Rückseiten der Figuren machen aber eine ursprünglich freie Aufstellung, beispielsweise auf einer mittelhohen Chorschranke wahrscheinlicher.

Apostelfiguren, Eiche, um 1350

St. Aposteln Sarkophag, Marmor, 1905

Die Inschrift einer Bleiplatte, die sich 1643 unter dem Kopf des 1036 im Westchor bestatteten Erzbischofs Pilgrim fand, erlaubt keinen Zweifel: Pilgrim war fundator ecclesiae huius, Gründer dieser Kirche.

In diesem Fall spielt es keine Rolle, ob mit ecclesia nur die Gründung des geistlichen Apostelnstifts oder auch die Stiftung des Bauwerks gemeint war (in diesem Fall wohl beides). Pilgrims 1021 verstorbener Vorgänger Heribert kommt entgegen älterer Überlieferungen als Bauherr der ersten großen Apostelkirche nicht mehr in Frage. Die möglicherweise von Johann Josef Imhoff d. Ä. für den 1819 abgebrochenen spätbarocken Hochaltar geschaffene Heribertfigur ist noch Ausdruck dieser überholten Auffassung.

Unterhalb des Heribert steht der 1906 für Pilgrims Gebeine wohl von der Steinmetzfirma Heukeshoven und Worringen neugeschaffene Marmorsarkophag. Der originale frühmittelalterliche Sandsteinsarkophag Pilgrims befindet sich im Außenbereich an der Südkonche.

Sarkophag, Marmor, 1905 und Hl. Heribert, Holz, weiß gefasst, teils vergoldet, Johann Josef Imhof, 18. Jh.