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St. Georg
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Westbau
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Westbau

Westbau | Massiv geplant, jedoch unvollendet

Zwischen 1180 und 1188 wurde der ehemalige Chor im Westen der Georgskirche niedergelegt und ein massiver quadratischer Neubau mit 3,50 m starken Mauern begonnen, der sich über die gesamte Breite des Langhauses erstreckte.

Offensichtlich plante man einen massiven Westturm, der jedoch nicht vollendet wurde. Er erhielt vielmehr nur einen Holzaufbau mit kleinen Fenstern und einfachem Dach, der bis in das 17. Jh. bestand. Später setzte man dem Turm eine geschweifte Haube mit Zwiebeldach auf, heute besteht ein einfaches Walmdach. 

Im Innern ist die Wand stark gegliedert. Horizontal verlaufende Gesimse trennen zwei Geschosse. Die Wände des Untergeschosses sind in drei Abschnitte unterteilt und haben gestaffelte Bogenstellungen und tiefe Muldennischen, die von Säulen gerahmt werden. Im Obergeschoss trennt ein Laufgang die Außenwand von einer großen Bogenöffnung mit jeweils rechts und links davon zwei Doppelarkaden.

Die den Säulen werden von qualitätvoll gearbeitete Kapitellen mit Laub- und Rankenwerk sowie Fabeltieren Vögeln und Menschengestalten bekrönt. Sie finden sich vergleichsweise auch an anderen Kirchen des Rheinlands.

Kunstwerke

St. Georg, Westbau, Westfenster mit hl. Jakob

Johan Thorn Prikker (1868–1932) hat die Fenster des Westbaus anders als die im Osten von St. Georg gestaltet. Hier erscheinen die hll. Anno, Georg und Jakob als große Figuren. Erzbischof Anno II. wird in Gewand und Mitra, der dreiecksförmigen Kopfbedeckung der Erzbischöfe, dargestellt.

Er siedelte 1056 die Stiftsgemeinschaft an St. Georg an und stattete die Kirche mit Georgsreliquien aus. Der hl. Georg wird mit der Legende über die Tötung eines Drachens und Rettung einer jungfräulichen Königstochter in Verbindung gebracht. Nach der Errettung der Königstochter sollen sich zahlreiche Menschen haben taufen lassen. Georg wird hier als Ritter in Rüstung und einem Drachen dargestellt. Der hl. Jakob wird als Pilger mit Stab wiedergegeben. 

Die Figuren füllen die gesamte Fläche des Fensters aus, ihre Körper treten jedoch hinter der ornamentalen Rüstung bzw. dem Gewand zurück. Ihre Gesichter hingegen sind deutlich erkennbar und zudem sind die Figuren bis auf den hl. Jakob durch einen Schriftzug bezeichnet. 

Glasmalerei, Johan Thorn Prikker, 1929/30

Bei diesem Leidenskruzifix handelt es sich um eine Bildnis des gekreuzigten Christus in seiner größten Pein. Der Gekreuzigte wird hager und ausgemergelt dargestellt, den Körper bedecken zahlreiche Wunden, aus denen das Blut fließt. Der Körper ist vom qualvollen Tod schwer gezeichnet. Der Körper hängt gerade am Kreuz, Arme und Beine sind ausgestreckt, und auf dem Haupt sitzt eine schwere Dornenkrone.

Die sog. Crucifxi dolorosi entwickeln sich im Spätmittelalter unter dem Einfluss der Mystik und einer sich ausbildenden Passionsfrömmigkeit zu einem eigenen Bildtypus, der über ganz Europa verbreitet ist. In Köln sind alleine fünf solcher Cruzifixi dolorosi erhalten, u. a. in St. Maria im Kapitol (um 1300–1320) und in St. Severin (1330–1340).

Das Leidenskruzifix von St. Georg muss ursprünglich eine andere Farbigkeit gehabt haben; Untersuchungen belegten hellrote Blutspuren, ein weißes Lendentuch mit goldenen Streifen an den Säumen und eine grüne Dornenkrone. Vermutlich gehörte das Kreuz ursprünglich nicht zu St. Georg.

Cruzifixus dolorosus, Nussbaum, um 1380

St. Georg, Westchor, Taufbecken

Das Taufbecken aus St. Georg ist wahrscheinlich mit dem Umbau Ende des 12. Jh. in den Westbau gekommen und stammt aus der benachbarten Pfarrkirche St. Jakob.

Es hat einen wulstigen Sockel und ein zylinderförmiges Becken, auf dessen Außenwand von zwölf Rundbogenarkaden mit Säulen und Kelchkapitellen vorgeblendet sind.

Taufstein, Trachyt, letztes Viertel des 12. Jh.

Ende des 18. Jh. erhielt St. Georg, ähnlich wie andere romanische Kirchen, eine neue Kirchenausstattung. Von dieser Ausstattung sind nur die beiden Holzskulpturen der Apostel Petrus und Paulus, die ursprünglich von dem barocken Hochaltar stammten, erhalten. Der Bildhauer ist unbekannt.

Wegen der ähnlichen Standmotive, der Bewegtheit der Figuren und der Haltung der Attribute (jeweils ein Buch bzw. Schwert und Schlüssel) geht man von einer Aufstellung in gegenseitigem Bezug aus.

Auch die Blickrichtung - Petrus schaut herunter, Paulus Blick geht verklärt in die Höhe -, verweist darauf, dass die Figuren einen Hochaltar flankierten. Dieser wurde nach 1839 abgebrochen.

Hll. Petrus und Paulus, Holz, farbig gefasst, um 1770