Die obere Sakristei zählt zu den schönsten erhaltenen gotischen Räumen Kölns und der Region und lässt die Handschrift der Kölner Dombauhütte erkennen. Sie wurde 1315–1319 auf und über der Nikolauskapelle mit feiner Gliederung und Maßwerkzier erbaut.
Die zeitliche wie stilistische Nähe zur kurz vorher entstandenen Domsakristei (1277 geweiht - jetzt Sakramentskapelle) ist unverkennbar. Dombaumeister Johannes schuf beide Räume. Aber während der Raum im Dom mehrfach verändert wurde, hat sich die sog. Obere Sakristei von St. Gereon in ihrer Ursprünglichkeit fast gänzlich erhalten und ist nach mehrjähriger Sanierung 2019 zum 700. Jahrestag völlig wiederhergestellt worden. Und das bezieht sich nicht nur auf die bauliche Wiederherstellung des Raums, sondern auch auf die funktionale als liturgischer Ort mit dem Blasiusaltar, den Wandschränken, der umlaufenden Steinbank, dem blau gestrichenen und mit goldenen Sternen verziertem gotischen Gewölbe und dem Fußboden mit mehr als 24.000 bunten Fliesen.
Die Stiftsherren von St. Gereon haben den Raum im Mittelalter als Kapitelsaal und zur Verwahrung der wertvollen Schätze des Stiftes genutzt. Durch die großzügigen, die ganze Ostwand überziehenden Fenster und die feine Maßwerkgliederung ist dieser Raum gleichsam ein kostbarerer Schrein.

