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St. Gereon
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Zerstörung & Wiederaufbau
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Zerstörung & Wiederaufbau

Zerstörung & Wiederaufbau | Brand des Dekagons

In ihrer Substanz schwer beschädigt, ragte die Basilika St. Gereon am Ende des Zweiten Weltkrieges inmitten der Trümmer ihres Umfeldes heraus. Die Architekten des Wiederaufbaus waren sich zu Beginn nicht sicher, ob das Dekagon überhaupt zu retten sei. Dieser zentrale Bauteil hatte die größten Schäden im Krieg davongetragen. 

Die erste Fliegerbombe traf das Dekagon auf der Südseite oberhalb der Taufkapelle in Höhe des oberen Fenstergadens. Wirkte der Schaden äußerlich betrachtet noch recht harmlos, so hatte er große Auswirkungen auf den getroffenen Pfeiler und wirkte sich negativ auf die Gesamtstabilität des Zentralbaus aus. Nach Treffern durch Brandbomben 1942 zerstörte ein drei Tage währendes Feuer das Dekagon. Eine Sprengbombe zerschlug 1944 die beiden nordwestlichen Konchen mit dem dazwischenliegenden Strebepfeiler und hinterließ eine über 10 m breiten offenen Spalt vom Gewölbe bis hinunter zum Fundament.

Diesen nach dem Zweiten Weltkrieg rekonstruierten nordwestlichen Strebepfeiler bekrönt heute eine Taube, die einen Ölzweig im Schnabel hat. Sie wurde vom Künstler Theo Heiermann gefertigt und steht symbolisch für Hoffnung und Frieden.

Zerstörung & Wiederaufbau | Rettung des Dekagons

Die Gemeinde konnte während des Krieges die Krypta als Notkirche nutzen und bereits 1949 war der Hochchor soweit wiederhergestellt, dass dort Gottesdienste gefeiert werden konnten. Davon zeugt bis heute die 1950 angeschaffte Orgel (Fa. Klais, Bonn, 2024/25 überholt) im Chor. Erst 2001, als letzte große Zutat des Wiederaufbaus, wurde im Dekagon am historischen Orgelstandort eine neue Orgel (Fa. Weimbs, Hellenthal) eingeweiht. 

Parallel zur Wiederbenutzung des Hochchors und dessen Wiederherstellung begannen Sicherungsmaßnahmen an der Substanz des Dekagons. Einen herben Rückschlag verursachte ein stärkeres Erdbeben im Jahr 1951, als der zerstörte nordwestliche Strebepfeiler noch nicht ganz wiederaufgebaut worden war. Die Schwankungen brachten die ganze Nordseite des Dekagons in Bewegung. Das hatte vor allem Auswirkungen auf die Statik des Unterbaus. Willy Weyres, der den Wiederaufbau zu dieser Zeit leitete, fasste den Zustand treffend zusammen: “Große Sorge machte die Erhaltung des Dekagons. Das Zehneck ist nicht mehr ein geschlossener Ring. Es hat sich in ein System einzelner Pfeiler aufgelöst, von denen einer fehlt. Auf die übrigen neun Pfeiler stützen sich die acht erhaltenen Kappen des Gewölbes. Das Gewölbe hat dadurch statisch gesehen einen neuen Gleichgewichtszustand bekommen, der allerdings die ertragbaren Beanspruchungen bis zur Grenze ausnutzt“. Das Dekagon konnte 1985 wiedereröffnet werden, denn es wurde buchstäblich von Grund auf erneuert. 

Bei den Fenstern und der Ausmalung der Kuppel wurde eine moderne Gestaltung gewählt, die stilistisch einen Kontrast zur „neuen“ Steinsichtigkeit des Raumes bildet und sich hervorragend einfügt. Für den umfassenden Fensterzyklus konnten die Künstler Georg Meistermann und Wilhelm Buschulte gewonnen werden (vgl. Dekagon und Taufkapelle).