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St. Kunibert
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Langhaus
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Langhaus

Langhaus | Wie ein heller Festsaal

Das Langhaus von St. Kunibert besteht aus drei Jochen im Wechsel zwischen kreuzförmigen Hauptpfeilern und schmalen, querrechteckigen Nebenpfeilern, die das Kircheninnere in drei Schiffe unterteilen.

Das Mittelschiff kennzeichnet ein zweigeschossiger Aufbau: Über den Scheidarkaden befindet sich ein sog. Obergaden mit Blendtriforium (mit Säulchen und Bogenwülsten) sowie großen Rundbogenfenstern. Den Raumabschluss bilden sechsteilige Rippengewölbe mit spitzen Gurtbögen. Diese hüllen den Raum in ein klares, helles für romanische Kirchen eher ungewöhnliches Licht. Die Seitenschiffe werden oben von Kreuzrippengewölben mit hängenden Schlusssteinen abgeschlossen. Die Außenwände der Seitenschiffe haben flache Nischen mit Achtpassfenstern. Im Osten schließen sich die Vierung und ein eher kurzer Chor an, im Westen das mit großen Rundbogenfenstern versehene helle Querhaus. Nicht nur der rundum geführte zweizonige Aufbau, sondern auch die farblich einheitlich gestaltete Raumfassung nach historischen Vorbild verleihen dem Innern eine große Einheitlichkeit und beendeten in den 1990er-Jahren die Maßnahmen zur Wiederherstellung des Raumes. 

Kunstwerke

St. Kunibert, Verkündigung

Die Blicke der Besucher und Besucherinnen werden zwar in Richtung Apsis gelenkt, verweilen jedoch an der überlebensgroßen Gruppe der Verkündigung, die an den westlichen Pfeilern der Vierung positioniert ist und zu den herausragenden Kunstwerken von St. Kunibert gehört.

Geschaffen wurde sie 1439 vermutlich von Konrad Kuyn († 1469) und ist ein Meisterwerk des späten weichen Stils der Gotik. Der Erzengel Gabriel mit einer prächtigen Lockenfülle am Nordpfeiler und Maria an einem Adlerpult gegenüber sind raumübergreifend aufeinander bezogen. Die Konsole, die Maria trägt, ist von Engeln gehalten. Zu Füßen Mariens kniet andächtig und fromm betend der Stifter, Kanonikus Hermanus de Arcka, der durch sein Wappen identifiziert wird.

Über Maria befindet sich die Halbfigur des segnenden Gottvaters sowie darüber ehemals eine Taube, die den Hl. Geist symbolisiert.

Verkündigung, Sandstein, Farbfassung restauriert, 1439

Die Blicke der Besucher und Besucherinnen werden zwar in Richtung Apsis gelenkt, verweilen jedoch an der überlebensgroßen Gruppe der Verkündigung, die an den westlichen Pfeilern der Vierung positioniert ist und zu den herausragenden Kunstwerken von St. Kunibert gehört.

Geschaffen wurde sie 1439 vermutlich von Konrad Kuyn († 1469) und ist ein Meisterwerk des späten weichen Stils der Gotik. Der Erzengel Gabriel mit einer prächtigen Lockenfülle am Nordpfeiler und Maria an einem Adlerpult gegenüber sind raumübergreifend aufeinander bezogen. Die Konsole, die Maria trägt, ist von Engeln gehalten. Zu Füßen Mariens kniet andächtig und fromm betend der Stifter, Kanonikus Hermanus de Arcka, der durch sein Wappen identifiziert wird.

Über Maria befindet sich die Halbfigur des segnenden Gottvaters sowie darüber ehemals eine Taube, die den Hl. Geist symbolisiert.

Verkündigung, Sandstein, Farbfassung restauriert, 1439

St. Kunibert, ehem. Margarethenaltar und Pietà

Die beiden Seitenaltäre im Hauptschiff mit Christus und Thomas und der Pietà sind hier neu arrangiert.

Die Altartische (die Mensen) und ihre Rückwände (die Retabel) stammen aus dem 14. Jh. (1312 bzw.1321) und hatten vorher unterschiedliche Standorte, bevor sie ihre Aufstellung Ende des 20. Jh. fanden. Sie gehörten zum Margarethen- bzw. Quirinusaltar. Die Holzfigur des Christus, dem Thomas die Hand in die Seite legt, stammt aus Würzburg (Anfang des 16. Jh.), die steinerne Pietà ist von Anfang des 15. Jh.

Im 18. Jh. gab es in St. Kunibert 20 Altäre, von denen aber 1750 bereits mehrere entfernt wurden. Vor dem Einsturz des Westturms 1830 waren es immerhin noch zwölf. Zusammen mit weiteren erhalten gebliebenen Kunstwerken bezeugen sie die reiche Ausstattung der ehemaligen Stiftskirche.

Altar und Retabel vom ehemaligen Quirinusaltar, Stein, 1312, Holzskulptur, Anf. 16. Jh.

Altar und Retabel vom ehemaligen Margarethenaltar, Stein, 1321, Pietà, 15. Jh.

bildfehlt

Im Südschiff des Langhauses haben sich zwei weitere bemerkenswerte Retabel erhalten: Die Auferstehung Christi vom Meister Bartholomäus Bruyn d. Ä. von 1525/30 und der sog. Meinerzhagener Altar, ebenfalls aus dem Umkreis von Bruyn. Beim Auferstandenen stehen Maria und die hl. Ursula mit ihrer Schar, der knieende Stifter sowie die Heiligen Arnold (links) und Kunibert mit Kirchenmodell (rechts). 

Das Triptychon des sog. Meinerzhagenaltar zeigt auf der Mitteltafel das Jüngste Gericht. Hier thront Christus zwischen Maria und Johannes (oben), während unten die von Engeln aufgeweckten Gerechten (links) und Verdammten (rechts) dargestellt sind. Auf den Seitenflügeln finden sich eine Madonna mit Kind auf der Mondsichel (links) und der hl. Kunibert mit Kirchenmodell (rechts). Das Retabel ist um 1556 entstanden.

Auferstehung Christi, Öl auf Holz, Bartholomäus Bruyn d. Ä., 1525/30

Jüngstes Gericht, Umkreis Bartholomäus Bruyn d. Ä., um 1556