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St. Kunibert
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Zerstörung & Wiederaufbau
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Zerstörung & Wiederaufbau

Zerstörung & Wiederaufbau | St. Kunibert in Trümmern

St. Kunibert war am Ende des Zweiten Weltkrieges eine Ruine, da die Kirche mehrfach schwer getroffen worden war. Der sogenannte Peter und Paul-Angriff am 29. Juni 1943 war auch für St. Kunibert ein Wendepunkt.

Hatte man vorher hier oder an anderen Kirchen und Gebäuden immer wieder Notreparaturen nach Bombenangriffen vorgenommen, so war nach dem verheerenden Angriff die Zerstörung derart groß, dass hieran nicht mehr zu denken war. Die historische Ausstattung war weitgehend ausgelagert; die Verkündigungsgruppe war an Ort und Stelle verblieben, jedoch eingehaust, d. h. eingemauert worden. 

Infolge des Angriffs stürzte der Westturm ein, riss das Westquerhaus mit sich und zerschlug viele Gewölbekappen des Langhauses. Später wurden noch die beiden Chortürme durch Bombentreffer stark beschädigt und brannten aus. Nur das Gewölbe des Chores hielt stand.

Beherzte erste Wiederherstellungsarbeiten

1946 begann der Wiederaufbau unter der Leitung von Architekt Karl Band und Statiker Wilhelm Schorn.

Gottesdienste wurden aber zunächst im Marienhospital und der Fronleichnamskirche der Ursulinen gefeiert. 1947 konnte man in den östlichen vier Jochen des südlichen Seitenschiffs eine Notkirche mit der Taufkapelle als Chor einrichten. Den Zugang bildete das eigens geschaffene Portal im Norden mit Windfang und Bronzetür von Elmar Hillebrand. Die erste Hl. Messe in St. Kunibert fand am 16. September 1955 statt, regelmäßige Gottesdienste erst ab Weihnachten 1955 nach Wiederherstellung des Innenraums von Ostchor und Langhaus. Der Innenraum wurde farbig gefasst (weiße Wand- und Gewölbeflächen, steinsichtiges Quaderwerk der Pfeiler, Arkadenzonen, Hauptdienste und Gurtbögen sowie Farbigkeit und Ornamentierung aller Rundglieder) nach Entwürfen von Karl Band, Willy Weyres und Hans Heider.

Das Westquerhaus wurde durch eine Mauer vom Langhaus abgetrennt und als Ruine gesichert. Die Wiederherstellung des Außenbaus – i. W. nach dem Vorkriegszustand – dauerte noch bis 1968. Die Osttürme erhielten Pyramidendächer. 

Ein Förderverein ermöglicht die zweite Phase

Ende der 1970er Jahre war die Euphorie und die Finanzierung des Wiederaufbaus der Großen Romanischen Kirchen ins Stocken geraten. Es zählt zu den bedeutenden Verdiensten von Stadtkonservatorin Hiltrud Kier (amt. 1978–1990), sich für Erhalt und Wiederaufbau der zwölf Großen Romanischen Kirchen Kölns eingesetzt und dieses Bewusstsein auch bei den Kölnerinnen und Kölnern wieder geweckt zu haben. Das führte zur Gründung des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e. V. im Dezember 1981.

Zusammen mit Diözesanbaumeister Wilhelm Schlombs erfolgte die Ausrufung des Jahrs der Romanischen Kirchen für 1985 mit zahlreichen Veranstaltungen und dem Ziel, die Beseitigung der meisten Kriegsschäden bis dahin abzuschließen. Der Förderverein hatte es mit vielen Aktionen geschafft, die romanischen Kirchen Köln als zentrales Thema bei den Menschen zu etablieren. Es herrschte eine regelrechte Aufbruchstimmung, weil die sanierten Kirchen erstmals wieder ohne Bauzäune zu sehen waren, verschlossen Räume wieder zugänglich wurden und verloren gegangene Pracht sich neu entfaltete. 

In St. Kunibert wurden 1981/82 konkrete Planungen für einen historisierenden Wiederaufbau von Westquerschiff und Westturm in der Ausführung des Zustandes vor dem Einsturz 1830 aufgenommen. Die Entwürfe zu Fassade und Turm stammten von Leo Hugot, das Konzept des Querschiffs mit verstärkten Vierungspfeilern von Otmar Schwab.

Die heutige Westfassade mit großen Rundbogenfenstern weicht vom Zustand vor 1830 deutlich ab. Während tatsächlich die Arbeiten an vielen der großen romanischen Kirchen bis Mitte der 1980er-Jahre abgeschlossen werden konnten, war der Wiederaufbau des Westquerhauses von St. Kunibert noch in vollem Gang. Der Abschluss des Wiederaufbaus von St. Kunibert wurde mit Gottesdiensten und Feiern während der Zeit vom 3. Oktober (Todestag der hll. Ewalde) bis zum 14. November 1993 (Kunibertspatrozinium) begangen. 

Mit der Instandsetzung des Westquerhauses war damit auch gleichzeitig die bauliche Wiederherstellung aller zwölf Großen Romanischen Kirchen abgeschlossen.