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St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
Hardenrath- und Hirtzkapelle
St. Maria im Kapitol_Kleeblattchor_Chorumgang_SQB_L1031511 Panorama
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Hardenrath- und Hirtzkapelle | Bürger stiften für ihr Seelenheil

Zwei spätgotische Anbauten flankieren seit dem 15. Jh. die Ostkonche der Kirche – beides Zeugnisse bürgerlichen Stiftertums und privater Frömmigkeit, die auch der Vorsorge für das Seelenheil der Stifter und Sicherung ihres Andenkens dienten. 

Hardenrath-Kapelle

St. Maria im Kapitol, Kleeblattchor, Hardenrath-Kapelle

Zu den wichtigsten Stiftern für St. Maria im Kapitol in spätgotischer Zeit, im 15. Jh., zählen Johann Hardenrath (gest. vor 1479) und seine Frau Sibilla Slossgin. Die von ihnen beauftragten Werke sind im östlichen Chorbereich unübersehbar und prägend. Johann Hardenrath, späterer Ratsherr und Bürgermeister, war aus Westfalen nach Köln zugewandert und hier im Tuchhandel sowie in Geldgeschäften erfolgreich.

1466 wurde die Kapelle südlich der Ostkonche als Salvatorkapelle geweiht, eine Privatkapelle die bis ins 19. Jh. in ihrer Stellung gänzlich von der Kirche unabhängig war. Die ungewöhnlich reichhaltige Stiftung umfasste eine tägliche gesungene Messe, wozu eine Sängerempore über dem Kapelleneingang gebaut wurde. Die Familie Hardenrath finanzierte über mehrere Generationen hinweg einen Knabenchor plus Singmeister, dem eigens das Singmeisterhaus am Lichhof gebaut wurde. Die Ausmalung der Kapelle unter dem Sterngewölbe war ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen Kölner Malerschule aus dem Umkreis des Meisters des Marienlebens. Sie ist im Zweiten Weltkrieg vernichtet worden und nur noch in Fotografien überliefert. Erhalten sind die Skulpturen des Christus Salvator und der Maria auf reich gestalteten Konsolen neben dem Altar (Umkreis der Werkstatt Nikolaus Gerhaerts von Leyden, Straßburg, um 1465) sowie die Glasmalereien. 

Zu den Stiftungen von Hardenraths gehört auch die Chorschranke (1464 Beauftragung des Dombaumeisters Konrad Kuyn), zwei Figuren, Hardenrath und seine Frau Sibilla darstellend sowie die überlebensgroße Statue des Christophorus, alle in der in der Ostkonche zu finden.

Hardenrath-Kapelle, gotischer Anbau zwischen Ost- und Südkonche, 1466 

Hirtz-Kapelle

St. Maria im Kapitol, Kleeblattchor, Chorumgang

Ein weiterer Bürgermeister und Ratsherr, Dr. Johann van Hirtz (gest. 1495), der zudem Professor der Universität war, stiftete 1493 eine zweite, nördlich des Ostchores angebaute Kapelle. Die Art des Anbaues entspricht der Hardenrath-Kapelle. In die Hirtz-Kapelle führt vom Umgang ein stichbogiges Portal, im Zierbogen ist das Stifterwappen zu erkennen. Die Wand- und Glasmalereien gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Heute werden in der Kapelle zwei Ausstattungsstücke aus der Pfarrkirche Klein St. Martin bewahrt, von der nur noch der Turm existiert: ein Gemälde mit der Darstellung der Beweinung Christi (nach Hugo van der Goes, zweite Hälfte des 16. Jh.) und ein Flügelaltar mit einer Darstellung der Anna Selbdritt auf der Mitteltafel des Hofmalers Hans von Aachen (um 1600).

Hirtz-Kapelle, gotischer Anbau zwischen Ost- und Nordkonche, 1493