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St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
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St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
Langhaus
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
Langhaus
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
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St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
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Langhaus
St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
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St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol
Langhaus

Langhaus | Prunkvolle und kuriose Ausstattung

Die Baugeschichte von St. Maria im Kapitol ist ohne einen Blick in die Römerzeit nicht zu verstehen. Ihre Colonia platzierten die Römer mit Bedacht auf einer Anhöhe.

Die römische Stadt endete nach Osten direkt hinter der heutigen Kirche am Lichhof, dem östlichen Vorplatz der Kirche („Lich“ von Leichen, weil hier der Friedhof des Klosters lag). Direkt dahinter verlief damals ein Rheinarm, der bald verlandete. Der gewaltige Kapitolstempel mit einer Grundfläche von 30 x 32 m und einer Säulenhöhe von 15 m überragte die Stadtmauer. Nachdem der Tempel schon im 8. Jh. zu einer christlichen Stiftskirche umgewidmet worden war, wurden diese Maße für das Langhaus und die beiden Seitenschiffe des romanischen Neubaus im 11. Jh. übernommen, als der Kleeblattchor angebaut wurde. 

Kunstwerke

St. Maria im Kapitol, Südseitenschiff, romanische Bildertür

Im südlichen Seitenschiff ist die romanische Holztür aufgestellt, die im 11. Jh. im nördlichen Chorbereich den Zugang von der Stadt aus verschloss. 

Vielleicht war sie schon zur Altarweihe 1045 fertig gestellt, sicher in der Mitte des 11. Jh. Auf sechs Eichenbohlen sind 26 aus Nussbaum geschnitzte Tafeln montiert, umrahmt von aufwändigen Holzverzierungen. Auf dem linken Flügel ist das Leben Christi von Verkündigung und Geburt bis zur Taufe im Jordan dargestellt, rechts Wundertaten, Passionsgeschichte und Auferstehung. Über Hintergründe der Themenwahl und Gestaltung gibt es keine Dokumente, vergleichbare Darstellungen finden sich allenfalls in Buchmalerei und Goldschmiedekunst. Nachweisbar ist eine aufwändige Bemalung, von der Farbreste noch sichtbar sind, v. a. im oberen Bereich.

Bildertür, Eiche, Nussbaum, Reste von Farbfassungen, Mitte des 11. Jh., Höhe 4,85 m, Breite der Flügel 2,48 m

St. Maria im Kapitol, Südseitenschiff, Walknochen

Ein Kuriosum ebenfalls im südlichen Seitenschiff sind mehrere große Walknochen, im kölschen Volksmund als „Zint Merjens Ripp“ bezeichnet, also als die Rippen der hl. Maria.

Tatsächlich handelt es sich um Knochen eines Grönlandwales, die ins Pleistozän datiert werden, Tausende Jahre vor Maria und Jesus. Die Herkunft ist unklar, vermutlich wurden sie zur Bauzeit der Kirche im Boden gefunden. Im Mittelalter hingen sie über dem Portal im südlichen Chorbereich. Dort schärften Ritter und Knappen ihre Schwerter an den Steinen in der Hoffnung, von den Knochen ginge noch eine zusätzliche Kraft auf sie über.

Knochen eines Grönlandwals aus dem Pleistozän, 2,58 Mio. Jahre bis 11.700 Jahre vor unserer Zeit

Ein Kuriosum ebenfalls im südlichen Seitenschiff sind mehrere große Walknochen, im kölschen Volksmund als „Zint Merjens Ripp“ bezeichnet, also als die Rippen der hl. Maria.

Tatsächlich handelt es sich um Knochen eines Grönlandwales, die ins Pleistozän datiert werden, Tausende Jahre vor Maria und Jesus. Die Herkunft ist unklar, vermutlich wurden sie zur Bauzeit der Kirche im Boden gefunden. Im Mittelalter hingen sie über dem Portal im südlichen Chorbereich. Dort schärften Ritter und Knappen ihre Schwerter an den Steinen in der Hoffnung, von den Knochen ginge noch eine zusätzliche Kraft auf sie über.

Knochen eines Grönlandwals aus dem Pleistozän, 2,58 Mio. Jahre bis 11.700 Jahre vor unserer Zeit

Im nördlichen Seitenschiff findet sich das Grabmal von Plektrudis, der Begründerin der christlichen Kirche, die als Frau des fränkischen Hausmeiers Pippin des Mittleren großen Einfluss hatte.

Auf der Grabplatte aus dem späten 12. Jh., einem umgearbeiteten Stein der Römerzeit, wird Plektrudis als Heilige und Königin bezeichnet. Beides war sie nicht, aber es steht für das große Maß an Verehrung durch die Stiftsdamen. 

Grabplatte für Plektrudis, Kalksandstein, 3. Viertel des 12. Jh.

St. Maria Im Kapitol, Nordseitenschiff, Thronende Madonna

Unweit der Plektrudis-Grabplatte ist die „Glasaugenmadonna“, eine über einem Löwen thronende Madonna mit gekröntem Kind (sog. Typus Nikopeia) angebracht, die ursprünglich außen, hoch oben am nach Osten gerichteten Giebel der Kirche stand und die deshalb auf Fernsicht gearbeitet ist. 

Das Jesuskind hat noch die Glasaugen, die der Madonna fehlen. Ursprünglich gab es auch eine kostbare Bemalung der Figur. Heinrich Böll, der die romanischen Kirchen viel mehr schätzte als den gotischen Dom, hat die Madonna in einem Gedicht hymnisch beschrieben.

Madonna, Kalkstein, um 1200, Höhe: 1,10 m

Unweit der Plektrudis-Grabplatte ist die „Glasaugenmadonna“, eine über einem Löwen thronende Madonna mit gekröntem Kind (sog. Typus Nikopeia) angebracht, die ursprünglich außen, hoch oben am nach Osten gerichteten Giebel der Kirche stand und die deshalb auf Fernsicht gearbeitet ist.

Das Jesuskind hat noch die Glasaugen, die der Madonna fehlen. Ursprünglich gab es auch eine kostbare Bemalung der Figur. Heinrich Böll, der die romanischen Kirchen viel mehr schätzte als den gotischen Dom, hat die Madonna in einem Gedicht hymnisch beschrieben.

Madonna, Kalkstein, um 1200, Höhe: 1,10 m

Die romanischen Fenster im nördlichen Seitenschiff wurden in der zweiten Hälfte des 15. Jh und zu Beginn des 16. Jh. vergrößert und in gotischen Formen neugestaltet.

Hierfür stifteten Kanoniker an St. Maria im Kapitol, Patrizier und Adlige Glasmalereien, von denen größere Teile erhalten sind. Im Ursulafenster stehen neben der namensgebenden Heiligen links Jakobus d. Ä., rechts der Stadtpatron Gereon in Rüstung mit Schwert und Kreuzesfahne. Im Kreuzigungsfenster ist in der mittleren Bahn Christus am Kreuz auf dem Golgatha-Hügel zu sehen. Zu seinen Füßen kniet die trauernde Maria Magdalena, die den Längsbalken umfasst. Links vom Kreuz stehen Johannes und Maria sowie im Vordergrund der hl. Hubertus als Bischof. Weitere Teile von sechs Fenstern sind hier auf der Nordseite zu sehen.

Glasmalereien, Köln, Anf. des 16. Jh