Der maßgeblich am Wiederaufbau der gesamten Stadt beteiligte Kölner Architekt Karl Band (1900–1995) bezifferte den Schaden, der im Zweiten Weltkrieg an St. Severin entstanden war, mit 30 %. Konkret hieß dies: Mit Ausnahme des südöstlichen Flankenturms waren alle Dächer der Kirche durch Fliegerbomben zerstört, ein großer Teil der Gewölbe war eingestürzt oder beschädigt.
Im Ganzen betrafen die Schäden ‚glücklicherweise‘ nur die oberen Gebäudezonen bis an die Obergaden sowie, und auch das nur zum Teil, die Fenstermaßwerke. Die Chorflankentürme und der große Westturm standen noch zu Ende des Krieges, letzterer aber bis auf das erste Geschoss zerstört und mit einem großen klaffenden Loch in der Ostwand. Zu den gänzlich unbeschädigten Bereichen zählten der zwischen dem 10. und 14. Jh. sukzessive entstandene großartige Kryptenkomplex sowie die als Stiftssakristei erbaute Margarethenkapelle mit dem großformatigem, dem sog. Meister der Heiligen Veronika zugeschriebenen Altarwandbild der Kreuzigung von circa 1410–1420. Den Wiederaufbau der Kirche unter Leitung von Karl Band leistete die „Bauhütte von St. Severin“.
Dies war ein Zusammenschluss von ortsansässigen Handwerkern, Bauleuten und freiwilligen Helfern, die bis 1965 die Kirche in ihren alten Formen wiederherstellten. Lediglich bei den Turmdächern wurden einfacherer Gestaltungen gewählt, die Gesamterscheinung der ursprünglichen Spitzhelme aber beibehalten.