Einzigartig und kunsthistorisch herausragend ist die Goldene Kammer in St. Ursula. Der erste Eindruck beim Eintritt in den Raum ruft gleichzeitig Schaudern und Staunen hervor – hier erreicht die Kölner Reliquienverehrung ihre absoluten Höhepunkte. 2027 wird sie restauriert und saniert erstrahlen.
Einen vergleichbaren Raum findet man weder in der Umgebung noch nördlich der Alpen. Die Präsentation von Reliquien in vollplastischen Büsten, in einzelnen Fächern und als Gebeine an den Wänden wird hier auf die Spitze getrieben.
Aufgrund immer weiterer Knochenfunde platzte die vor dem 17. Jh. alte Goldene Kammer aus allen Nähten, sodass als man sich 1642 beschloss, das Marienschiff nach Westen zu verlängern und den heutigen Raum an der Südwestecke der Kirche zu errichten. Finanziert wurde der Bau von dem Reichshofrat Johann Crane und seiner Frau Verena Hegenmüller. Die Weihe des Altars ist für den 16. September 1644 durch den Kölner Weihbischof Georg Pauli-Stravius überliefert. Da den Stiftsfrauen an St. Ursula zunächst das Geld fehlte, um den Raum auszustatten, übernahmen sie zunächst die Regale und weitere Einrichtung der alten Kammer in den neuen Raum. Dieser konnte erst kurz vor 1700 vollendet werden, als das goldene Schleierwerk installiert wurde, das der Kammer ihren Namen gibt. Den Zweiten Weltkrieg hat die Goldene Kammer weitgehend unbeschadet überstanden, da schon zu Beginn der Bombenangriffe auf Köln eine Betondecke oberhalb des Gewölbes eingezogen worden war.