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St. Ursula
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St. Ursula
Zerstörung & Wiederaufbau
St. Ursula
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St. Ursula
Zerstörung & Wiederaufbau

Stück für Stück zerstört

Sehr gravierend waren die Schäden, die die Kirche bei den Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg erlitt, Pfarrer Paul Fetten schrieb in diesen Jahren in sein Tagebuch: „Man darf sagen: bei jedem größeren Angriff auf Köln wurde St. Ursula in Mitleidenschaft gezogen.“

Beim sog. Tausend-Bomber-Angriff in der Nacht zum 31. Mai 1942 brannten alle Dächer der Kirche ab. Eine Luftmine, die auf die nahegelegene Bahnunterführung niederging, zerstörte alle Fensterscheiben und das Maßwerk der Chorfenster. In der Nacht zum 29. Juni 1943, dem sogenannten Peter-und-Paul-Angriff, brannten zahlreiche Häuser, und an die 100 Menschen hatten sich, wegen des Funkenflugs in nasse Decken gehüllt, unter dem Turm der Kirche in Sicherheit gebracht. Als aus dem Turm Flammen schlugen, griffen diese auf die notdürftig wiederhergestellten Dächer über. Die vor Ort verbliebenen Glocken schmolzen dabei und morgens um fünf Uhr stürzte die Krone des Turmes brennend auf die Straße. Weitere Treffer beschädigten die Kirche immer wieder und ab Oktober 1944 konnte nur noch in der gesondert gesicherten Goldenen Kammer die Hl. Messe gefeiert werden. Das Südschiff wurde im Januar weitgehend zerstört, und am Morgen des 2. März 1945 gingen bei einem Bombenangriff der südliche Chorvierungspfeiler und mit ihm sämtliche Gewölbe in die Knie und verwandelten die stark beschädigte Kirche nahezu in eine Ruine.

In rund 30 Jahren wiederhergestellt

Anfang 1948 wurde nach Sicherungsarbeiten damit begonnen, ein neues Dach über Chor und Mittelschiff zu errichten.

Das Mittelschiff erhielt ab 1951 eine flach geschwungene Kassettendecke und die Querarme flache Holzdecken. Die Westfassade wurde in vereinfachten Formen wiederhergestellt. Die halbrunden Apsiden an den Querarmen, die barocke Haube des Westturms und die aufwendige Dachlandschaft wurden rekonstruiert und im Inneren wurde der romanische Wandaufriss wiederaufgebaut. Im südlichen Marienschiff wurden die beiden östlichen Joche als Sakristei abgetrennt. Den Wiederaufbau von St. Ursula leitete der Architekt Karl Band (1900–1995).

Vielfältige Glaskunst der Moderne

Einzig die drei im Krieg ausgebauten Chorscheitelfenster aus der neugotischen Neuausstattung von Wilhelm Dixon von 1892 stammen aus früheren Zeiten.

Bereits 1947 erhielt der niederländische Künstler Jaap Sombroek (1913–1952) den Auftrag zur Neuverglasung der Rosettenfenster im Nordschiff. Er schuf bis 1947/48 die beiden westlichen Fenster zu den Themen „Gottes Trost und Schutz bei menschlicher Angst“ (links) und „Jesus erträgt in seiner Geißelung alle Geißelungen dieser Welt“ (rechts) – jeweils dargestellt in Szenen des Alten und Neuen Testaments. Durch den frühen Tod des Künstlers blieben die beiden östlichen Nordschifffenster im typischen Stil der 1950er Jahre ohne besondere Gestaltung verglast. 

Für die verlorenen Verglasungen von acht Chorfenstern schuf Wilhelm Buschulte 1962 eine freie ornamentale Gestaltung in Antik- und Opalglas mit Blei und Schwarzlot in schwarzen, grauweißen und goldenen Tönen.

Bedingt durch eine anfängliche Mehrfachnutzung mit räumlicher Trennung im Südschiff, ist die Verglasung durch drei Künstler aus drei Jahrzehnten uneinheitlich. An der Gedenkstätte für die Märtyrer der Neuzeit schuf Wilhelm Buschulte 1983 eine freie Komposition, die beiden danebenliegenden Fenster, ebenfalls ornamentale Kompositionen, sind von Will Thonett aus dem Jahr 1967. Die übrigen drei Fenster gestaltete Hermann Gottfried 1977/78 zu den Themen Verkündigung, Krönung Mariens und Geistsendung (von links nach rechts).